Ärztliche Betreuung und Schmerzmedizin

Ärztliche Betreuung: Drei Palliativmediziner, zwei Schmerztherapeuten und Fachärzte aus sämtlichen Disziplinen kümmern sich um die Behandlung individueller physischer Symptome wie: Schmerzen, Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Durchfall, Verwirrtheit, Delir, Angst, Depression, Schwitzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schluckstörungen, Dehydratation, Ernährung etc.

Schmerztherapie: Wenn möglich und zumutbar, wird die Ursache für Schmerzen interdisziplinär beseitigt, z.B. durch Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Die medikamentöse Schmerzlinderung erfolgt nach den Prinzipien der Schmerztherapie (WHO-Empfehlungen), ebenso die Prophylaxe und Therapie der Nebenwirkungen von Schmerzmitteln. Ggf. können Schmerzpumpen angelegt werden. Zusätzlich erfolgt eine seelsorgerische, psychologische und physiotherapeutische Mitbehandlung der Schmerzen (siehe unten).

Luftnot: Wenn möglich, erfolgt eine Kausaltherapie: Absaugung von Sekreten/Pleuraergüssen, Bronchiallavage, Stenimplantation bei Tumorstenose, Lasertherapie endobronchial gegen Blutungen, Pleurodese bei nachlaufendem Pleuraerguss, medikamentöse Sedierung und Anxiolyse etc.

Angst, Depression: Die Therapie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem neurologischen/psychiatrischen Konsiliarius sowie dem Psychologen. Es wird ein entsprechender Bogen für eine Bedarfsmedikation angelegt und in die Patientenkurve gelegt, so dass jeder Diensthabende darauf zurückgreifen kann (siehe auch unter Therapieplan Bedarfsmedikation).

Entlassmanagement

Die Mitarbeiter des Entlassmanagements beraten und begleiten  die Patienten und deren Angehörige auch in der letzten Phase des Lebens. Gemeinsam wird erarbeitet, welche unterstützenden Hilfssysteme individuell benötigt werden. Anschließend wird durch die Mitarbeiter sichergestellt, dass diese zum richtigen Zeitpunkt für Verfügung stehen. Leitet Herunterladen der Datei einPatienten-Info des Entlassmanagements
 
Unterstützung kann organisiert werden durch:

  • Beratung hinsichtlich Vollmachten,
  • Schnelleinstufungen in die Pflegeversicherung,
  • Vermittlung von ambulanten / palliativen Pflegediensten,
  • Vermittlung von ambulanten Hospizdiensten,
  • Bereitstellung von Pflegehilfsmitteln,
  • Schulung der pflegenden Angehörigen während des Krankenhausaufenthaltes,
  • Vermittlung in ein Hospiz

Pflegerische Betreuung

  • Erhebung einer Pflegeanamnese aus palliativpflegerischer Sicht durch "Palliative Care" geschultes Personal.
  • Zusätzlicher Ansprechpartner aus der Pflege für den Patienten, für Angehörige, behandelnde Stationsärzte und das zuständige Pflegepersonal der Station.
  • Dadurch erfolgt eine umfassende Wahrnehmung der Pflegeprobleme, eine verbesserte Kommunikation und Kooperation mit dem Patienten.
  • Fachliche und beratende Unterstützung der zuständigen Pflegekraft durch "Palliative Care" geschultes Personal
  • Hilfestellung bei der Dokumentation des speziellen Zeitnachweises für Palliativpatienten
  • Hilfestellung bei der Einstellung der Schmerztherapie durch ausgebildetes Personal (Schmerzmanagement)

Physiotherapie / Physikalische Therapie

Die Physiotherapie/Physikalische Therapie hat primär die Aufgabe, mit Hilfe der verschiedensten Therapiemethoden die größtmögliche Beweglichkeit des Körpers und somit eine Erhaltung der Eigenständigkeit des betreffenden Menschen zu gewährleisten. Das Erleben des Körpers über Bewegung kann zu einer positiven Erfahrung der Lebenssituation und zur Schmerzreduktion beitragen und eine subjektive Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.

Seelsorge (Trauerbegleitung)

Die Seelsorge für Patienten und Angehörige (Trauerbegleitung) ist ein wesentlicher Bestandteil der Palliativversorgung. Sie richtet sich an kranke Menschen und ihre Angehörigen,  unabhängig von ihrer Kultur- und Religionszugehörigkeit. Sie begleitet diese und trägt so zum Erhalt oder zur Verbesserung der jeweiligen Lebensqualität bei. Neben Besuchen am Krankenbett, Gespräch und Beratung nimmt die Seelsorge auch den Wunsch nach einer rituellen Begleitung wahr und erfüllt ihn.