Operatives Spektrum am Endokrinen Zentrum Gelsenkirchen

Lebermetastasen bei neuroendokrinen Tumoren

Neuroendokrine Tumoren (NET/NEN) bilden sehr häufig Absiedlungen (Metastasen) in der Leber. Häufig werden die neuroendokrinen Tumoren erst durch Metastasen in der Leber bemerkt. In Abhängigkeit der Metastasenanzahl wird die Funktionsfähigkeit der Leber zunehmend eingeschränkt, da durch das Tumorwachstum gesundes Lebergewebe verdrängt oder aber zerstört wird.

Auch können die Hormonausschüttungen der Lebermetastasen den betroffenen Patienten sehr belasten (sog. Karzinoidsyndrom).

Die Tumorabsiedlungen in der Leber lassen sich durch eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten, zum Teil als Einzeltherapie oder als Kombinationstherapie durchgeführt, sehr gut behandeln. 

Therapiemöglichkeiten: 

  • Operative Entfernung von Lebermetastasen: Eine Vielzahl an operativen Entfernungsmöglichkeiten, angefangen von einer gezielten gewebeschonenden Metastasenentfernung bis hin zu größeren Teilentfernungen, der Leber sind möglich. Eine solche Vorgehensweise kann auch mehrere Male bei erneutem Metastasenauftreten in der Leber wiederholt werden. Der Mensch benötigt nur sehr wenig Lebergewebe zum Leben. Auch besitzt die Leber die Fähigkeit bis zu einem bestimmten Maß nachzuwachsen. Daher  können auch größere Mengen an Lebergewebe für den Patienten folgenlos entfernt werden.
  • Lokal ablative Verfahren: Mit Hilfe den Computertomographie (CT) und Ultraschalldiagnostik können Lebermetastasen gezielt aufgesucht und dann in der Leber vor Ort behandelt werden z.B. durch eine:
    •   Transarterielle Chemoembolisation/Embolisation (TACE/TAE)
    •   Radiofrequenzablation/radiofrequenzinduzierte Thermoablation (RFA/RITA)
    •   Perkutane Ethanolunjektion (PEI)
  • Medikamentöse Therapie: Das Ziel einer medikamentösen Therapie ist es die quälenden Symptome der Krankheit zu lindern und das Tumorwachstum zu kontrollieren. Hierfür kommen Chemotherapie, Somatostatinanaloga, Interferone und auch zielerichtete Therapien, sogenannte „targeted therapies“ mit z.B. mTOR-Hemmer oder Tyrosinkinasehemmer  insbesondere bei ausgedehntem Tumorleiden mit zahlreichen Absiedlungen in anderen Organen und auch in Kombination zu oben genannten Therapieverfahren in Frage.