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Die Ballenzehe

Seit etwa 200 Jahren interessiert sich die Medizin für Deformitäten am Vorfuß. Neben einer Fülle von konservativen Verfahren wurden über 100 operative Behandlungsmöglichkeiten entwickelt. Wichtig ist vor allen Dingen, für alle Patient*innen die individuell passende Behandlung zu finden. Bedeutend ist auch, dem Patient*innen in einem ausführlichen Beratungsgespräch ein realistisches Verständnis der Therapiemöglichkeiten zu vermitteln.

Häufig besteht ein Missverhältnis zwischen der Breite des Fußes und der Breite des Schuhes, in den der Fuß eingezwängt wird. Dies wird deutlich, wenn eine Umrisszeichnung des Fußes unter den Umriss des Schuhs gelegt wird.

Wenn nichtoperative Möglichkeiten - Gymnastik und Einlagen - nicht mehr ausreichen, stellt sich die Frage eines operativen Eingriffs. Unabdingbar für die Entscheidung für eine operative Behandlung ist das Röntgenbild unter Belastung, auf dem vor allem der Abweichungswinkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen sowie der Ballenwinkel erkennbar und messbar werden. Hierbei zeigen sich auch verschleißbedingte Veränderungen am Gelenk.

Je nach Ausgangslage und individuellen Faktoren haben sich an unserer Abteilung verschiedene Verfahren gut bewährt. Dabei wird immer der innenseitig vorspringende Knochenvorsprung entfernt; dies wird kombiniert mit einer Korrektur der Weichteile.

  1. Sehr erfolgreich ist eine Knochenkorrektur-Operation, bei der der Mittelfußknochen körperfern satteldachartig getrennt und dann korrigierend verschoben wird. Zur Stabilisierung des Fußes ist meist nur ein Draht nötig, der nach erfolgter Heilung ambulant entfernt werden kann.
  2. Bei stärkeren Fehlstellungen muss die Korrektur am Mittelfußknochen, also körpernah, erfolgen. Auch dies ist unkompliziert, erfordert indes in der Nachbehandlung häufig eine Ruhigstellung im Gipsverband.
  3. Erwähnt werden soll noch eine lange erprobte Operation, bei der aus Kapselmaterial nach Entfernung eines Gelenkanteiles ein „natürliches“ Kunstgelenk geschaffen wird. Dieser Eingriff ist zu empfehlen, wenn am Gelenk schon stärkere Verschleißveränderungen bestehen.
  4. Nach wieder auftretenden Beschwerden und bei extremer Ausprägung der Ballenzehe gibt es eine „letzte“ operative Möglichkeit, die aber für den betroffenen Patienten letztlich zufrieden stellend ist: die Versteifung des Zehs.

Mit der richtig ausgewählten Operationsmethode und konsequenter Nachbehandlung sind Ballenzehen und assoziierte Deformitäten wie Krallenzehen fast immer gut therapierbar – damit wird die Lebensqualität und Mobilität unserer Patient*innen deutlich verbessert. Mit den verschiedenen Behandlungsmethoden können auch stark deformierte Füße wieder „ans Laufen“ gebracht werden.

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